Antwort auf: Nr. 13 – 31.03.1796

Foren Lindenbriefe Morsbroich Nr. 13 – 31.03.1796 Antwort auf: Nr. 13 – 31.03.1796

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Nr. 13                                                                                                                      1796 März 31

Linden beantwortet zwei erhaltene Briefe des Landkomturs. Einen Teil der Schulden des verstorbenen Revier-Jägers J. Eisel konnte er durch die Hinterlassenschaft etc. bezahlen und er denkt, dass die Gläubiger jetzt Ruhe geben. Er schreibt, dass er schon früher von einem Vorfall bei der Jagd berichtet habe, bei dem ein Mülheimer leicht verletzt wurde. Die Revier-Jäger sollten nach seiner Anordnung die Hilfe der Jäger von Steinbüchel, nicht aber die der Bauern in Anspruch nehmen. Er erklärt, dass er keine Menschenleben in Gefahr bringe, da er seit Ankunft der Franzosen am eigenen Körper erfahren habe, wie das ist, wenn man um das Leben bangen muss. Dann berichtet er von den Bäumen des Kommendewaldes und welche davon für Bretter oder Balken etc. geeignet sind und was dafür bezahlt wurde. Er erwähnt auch die Landverpachtungen, den Zustand der Ackerböden und wie viel Pacht bezahlt oder nicht bezahlt wird. Es gibt viel Arbeit am Kaskadenweier. Linden hofft diese notwendigen Arbeiten bald abschließen zu können.

Historisches Archiv der Stadt Köln, St. Katharinen 49 a

Hochwürdig – Hochwohlgeborner Reichs Freiherr, insonders Hochzuverehrendester Herr Landkomthur, Hochgebietend-Gnädiger Herr!

 

Euer Hochwürden Exzellenz beide gnädigen Schreiben, nehmlich vom 27ten. v: M:, und 13n. dieses, habe richtig zu erhalten die Gnade gehabt.

Den von dem verstorbenen hiesigen Revier-Jäger Johan Eisel rückgelassenen geringen Ertrag seines activ-Vermögens ad rhr. 31-stbr. 39- hlr. 12 /: worunter die dem seeln. noch gebührenden Kost- und Lohn-Gelder ad 15 r., 50 stbr., nebst 5 r., die er noch wegen Stieflen pro 1794 zu gut hatte, mitbegriffen sind :/ habe ich desselben Glaubigeren gegen Scheine zukommen lassen, diese waren mit der Austheilung dessen auch um so mehr zufrieden, als sie selbst wohl einsahen, daß ihnen, wenn sie sich deshalb beim Gerichte einlassen solten, nur ein leeres Nachsehen übrig bleiben würde.

Die von dem Hn. Doctorn Conzen übergebene Deserviten [1] Rechnung, bestehend aus 6. dem hochseeln. Hn. Landkomenthur fHn. von Roll abgestatteten medicinischen Besuchen und Verordnungen, jeden Besuch zu 4 rhr. Spec. gerechnet, habe ich demselben quittirt, mit 24 rhr. Spec. abgeführet. Dem Ballei-Jäger zu Steinbüchel werde ich zufolg gnädigen Auftrags die ihm für die Mitaufsicht über die hiesigen Buschen und Jagden zugelegten 28 Rhr. quartaliter mit 7 rhr. auszahlen. Die hiesigen Reviere können übrigens ihres Umfangs wegen besonders bei ruhigen Zeiten von zween Jägeren wohl gewartet werden, es komt nur darauf an, wenn sie ihre Schuldigkeit, wozu ich sie oft genug anhalte, thuen und fleißig seyn wollen.

Belangend den in hiesiger Jagd sich ergebenen – und von mir unthg. einberichteten Vorfall, wobei einer deren Mülheimer leicht blessiret wurde, hab die Gnade unthg. zu erinneren, daß, wenn die hiesigen Revier-Jägern meinen Auftrag: Gestalten, im nötig findenden Falle, den Jägern zu Steinbüchel /: nicht aber der Sache unkundige Bauren :/ mit sich zu nehmen, befolget hätten, als dann zweifels ohne nicht nur der Vorgang, nicht so unschicklich – sonderen auch der Fang vermutlich besser von statten gegangen seyn würde. Übrigens aber sei es himmelweit von mir entfernt daß ich je jemanden; und zwarn um derlei gringfügigen Sache willen, den Auftrag geben solle, eines Menschen Leben in Gefahr zu setzen, ich hab, leider! seit der Ankunft der Franzosen, an meinem eigenen Körper allzu sehr empfunden, und spüre es auch noch immer zu empfindlich, was es seie: das Menschenleben in Gefahr setzen.

Nebst denen in den Gemarkenbuschen annoch vorrätigen 2 eichnen Blöcher vom Jahr 1794., hab ich auch die Christbrände vom Jahr 1795, sodann aus Euer Hochwürden Exzellenz eigenen Büschen ein der Dünne zu nechst stehendes den baldigen Umsturz drohendes Eichelgen zu Bretteren bestimmt, ich hab dieselben bereits auswerfen und beschlagen lassen und werde Sorge tragen, daß solche, sobald ich nur die Holtzschneider zur Hant haben kann, und die Kriegsumstände es erlauben in gefolg Hochdero gnädigen Befehls, nebst ein paar Weiden zu 1- und 2 zölligen Bretteren geschnitten werden.

Des verkauften Klüppelholtzes sind wircklich 7 Vtl., mit 133. r. bezahlet, der Überrest wird dem Monats Aprils Status eingetragen werden.

Da Henr. Derichs Klein Pächter zu Schlebusch jüngsthin seine pro Annis 1794 et 1795 noch schuldige Pachten wegen 3 ½ morig schlechten Landes mit 14 rhr. Spec.- 5 stbr. entrichtete, so hab demselben, gleichs denen übrigen hiesigen Pächteren, bedeutet, sich der neuen Verpachtung halber

bei Hn. Rentmstrn. Dechen einzufinden. Dann hab ein auf der Schlebuscher Heide gelegenes Stück von 8 Morgen, sehr schlechten sandigsten Bodens /: welches zwarn vor etwan 7 Jahren, an sichern Busch, vor 4 r., verpachtet- von diesem aber in einigen Jahren weder bebauet- noch der Pacht davon entrichtet worden ist:/ an Wittib Pohls in Schlebusch gegen Abgabe entweder eines Mltr. Korns oder zweyer Mltr. Haber, jedoch nur auf 1 Jahr verpachtet, um zu sehen, ob- und was das Land allenfalls beibringen könne.

Bei der jüngst eingetrettenen guten Witterung hab ich die Cascade-Arbeit wieder vornehmen lassen. Die Ausfüllung des ehemaligen Cascade-Weyers, mit dem aus dem Haus Weyer nehmenden Schlamm macht viel zu schaffen. Binnen kurzem hoffe ich jedoch damit fertig zu seyn. Der Hausweyer ist übrigens durchaus mit einem 3. Fuß hohen Lette angefüllt, welchen heraus zuschaffen, es zwarn sehr dienlich – aber auch kostspielig seyn würde.

 

Nebst unthgen. Anwünschung eines glükseeligsten Halleluja, erstirbt in tiefester Hochverehrung

 

Euer Hochwürden Exzellenz unthg. – treu gehorsamster Linden mpr.

Morsbroich d. 31n. Merz 1796.

[1] Gebühren.

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