Fiedler, Siegfried, Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Revolutionskri

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    Fiedler, Siegfried, Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Revolutionskriege, Koblenz 1988,  S. 197 ff.

    1794

    Wie die Ereignisse in den letzten Monaten des Vorjahres gezeigt hatten war auf französischer Seite das Konzept reiner Verteidigung aufgegeben. Carnot erkannte die Notwendigkeit des Angriffs mit konzentrierter Macht in der großen Feldschlacht als das eigentliche Prinzip der Kriegführung. Auf diesem Wege sollten im nächsten Feld­zug 1794 entscheidende Siege errungen werden. Die innere Not der Republik zwang zu unbedingter Offensive. Das hieß bei dem herrschenden Wirtschaftschaos, dem totalen Finanzbankrott und dem tiefen Hungerelend militärische Expansion, damit sich die Nation auf Kosten des Feindes materiell stärken konnte. Im Vertrauen auf die Glaubenssätze des Revolutionsheeres und seinen kämpferischen Geist, der »große Dinge auszurichten vermochte«24, durfte man auch auf die notorische Schwäche der Feindkoalition und die Mittelmäßigkeit ihrer Heerführer hoffen. Tatsächlich erhielt das Bündnis durch den Hader um Polen bereits grobe Risse. Mit dem neuen preußen‑

     

    Anmkg. 22 C. Frhr. v. d. Goltz: Von Roßbach bis Jena und Auerstedt, Berlin 1906, S. 445 f.; auch P. a Thielen: Karl August von Hardenberg. Eine Biographie, Köln/Berlin 1967, S. 66 f.

    23 Horsetzky: Feldzüge der letzten 100 Jahre; H. v. Zeißberg: Erzherzog Carl von Österreich, Ein Lebensbild, Bd. 1, 2. T., Wien/Leipzig 1895; Sybel: Geschichte der Revolutionszeit, Bd. 3, S. 100 ff.; M. Lehmann: Scharnhorst, Bd. 1, Leipzig 1886.

    24 Scharnhorst: Entwicklung der allgemeinen Ursachen des Glückes der Franzosen in dem Revolutionskriege (Ausgewählte militärische Schriften), Berlin 1881, S. 206.

     

    feindlichen Minister Thugut am Ruder 25, intrigierte Österreichs Diplomatie in Peters­burg gegen die territoriale Vergrößerung des Nebenbuhlers, der wiederum erklärte, seine Geldmittel nicht länger in den französischen Krieg zugunsten Wiens stecken zu wollen. Als England die Bezahlung von 62 000 Mann übernahm, blieben sie dennoch am Mittelrhein stehen, nachdem König Friedrich Wilhelm die vom österreichischen Befehlshaber in Belgien vorgeschlagene Aufteilung der preußischen Truppen zur Deckung der alliierten Heeresflanke entschieden abgelehnt hatte.

    Angesichts der immer stärker wachsenden französischen Rüstung blieben die Kräfte der Verbündeten so weit zurück, daß sie günstigenfalls zur Verteidigung aus­reichten. Der im Frühjahr losbrechende Polenaufstand stellte eine neue Teilung in Aussicht, was die Wiener Regierung veranlaßte, die noch verfügbaren Reserven ge­gen Osten gerichtet bereitzuhalten. Die Hauptmacht der Österreicher stand unter dem Prinzen von Koburg in Belgien, zusammen mit den Bundesgenossen nicht viel über 150 000 Mann. Sobald auch Kaiser Franz bei der Armee eingetroffen war, begann unter seinen Augen in der zweiten Aprilhälfte der Feldzug mit der Einnahme von Landrecies. Inzwischen hatten auch die Franzosen den Generalangriff eingeleitet, der den Gegner fortan in der Defensive hielt. Ihr linker Flügel in Flandern drückte den alliierten rechten über die Schelde zurück. Koburgs Versuch, mit der Armee des Zentrums den zwischen Lille und Courtrai vorgetriebenen Keil zu durchstoßen, schei­terte am 18. Mai in der Schlacht bei Tourcoing. Wie bei Wattignies siegten die Revo­lutionstruppen durch hohe Marschleistung zur Konzentration an entscheidender Stelle im Stärkeverhältnis von drei zu eins. »So wie immer, siegte . . . die einfache Anordnung über die verwickelte — das wahrhaft Praktische, welche, strenge auf dem Papier berechnet, zaudernd ausgeführt wurde26.« Der errungene Abwehrerfolg nach dem Rückzug am 22. Mai bei Tournai änderte nichts mehr daran, daß man im kaiser­lichen Hauptquartier den Feldzug für verloren gab. Die Levée en masse fuhr fort, die gerissenen Lücken in den Kampfverbänden unverzüglich wieder aufzufüllen. Ihre taktischen Mängel zählten wenig, da die Gegenseite keinen entsprechenden Ersatz erhielt. Am 13. Juni reiste der Kaiser nach Wien zurück, 13 Tage später fiel der zweite Hauptschlag an der Sambre.

    Nach Carnots Kriegsplan hatte die Nordarmee unter Pichegru von West nach Ost in Flandern einzubrechen, General Jourdan mit der durch Truppen der Rheinfront auf 75 000 Mann verstärkten Maas-Sambre-Armee gegen den schwachen alliierten lin­ken Heeresflügel von Süden nach Norden vorzudringen. Koburg mußte seinen Schwerpunkt dorthin verlegen. Viermal zurückgeworfen, nahm Jourdan unter dem Druck der Kommissare St. Just und Lebas — er konnte nur siegen oder sterben — einen

     

    25 Über die Hintergründe der Thugutschen Politik siehe H. v. Sybel: Polens Untergang und der Revolutionskrieg, in: Vorträge und Aufsätze, Berlin 1874, S. 212 ff.; vgl. Jany: Geschichte der preußischen Armee. Rd       S 282 ff,

    26 Erzherzog Carl: Ausgewählte Schriften, Bd., 4, Wien/Leipzig 1894, S. 2051.; vgl. Belloe: Die Französische Revolution, S. 143 ff.

     

    fünften Anlauf. Sobald die Sambre überquert war, begann er aufs Neue die Belagerung von Charleroi. Zum Entsatz kam Kohurg herbeigeeilt, der am 26. Juni bei Fleurus die zweite Schlacht suchte (die erste am 16. Juni), sie aber zuletzt freiwillig abbrach, da die Festung am Abend zuvor gefallen war und dadurch neue Feindkräfte in den Kampf traten27. So sehr den unglücklichen Feldherrn nachträglicher Tadel traf, ein Sieg hätte ihm hier nicht mehr viel genützt. Am 13. Juni war auch vor Ypern der Entsatzversuch des rechten alliierten Heeresflügels gescheitert, der bis an die hollän­dische Grenze zurückging.

    Die Folgen waren endgültiger Art. Gegenüber der einheitlichen Führung des Re­volutionsheeres bewirkten divergierende Interessen verschiedene Rückzugsrichtun­gen. Die Armeen der Verbündeten trennten sich, indem auch die bisherige Mischung der Kontingente aufhörte. Von Pichegru gedrängt, wichen Engländer, Hannoveraner, Hessen und Holländer auf Hertogenbusch und Antwerpen aus, bis Ende Oktober weiter an die Waal. Die Österreicher gingen unter dem neuen Befehlshaber Clerfait kampflos über Brüssel hinter die Maas zurück, nach Jourdans Angriff Mitte Septem­ber hinter die Roer, Anfang Oktober bei Düsseldorf und oberhalb auf das rechte Rheinufer.

    Die Operationen auf dem rheinischen Kriegsschauplatz waren noch unbedeutender als im Vorjahr. Die Preußen, jetzt vom alten Feldmarschall v. Möllendorff angeführt, nützen auch den Abmarsch französischer Truppenteile an die Sambre nicht zu kräfti­ger Aktivität. Trotz erheblicher Überlegenheit — mit Österreichern und Reichsarmee zählte man rund 145 000 Mann — begnügten sie sich Ende Mai mit dem Vorschieben ihrer vordersten Linie, die in einer 105 km langen Kordonaufstellung vom Hunsrück über St. Wendel-Kaiserslautern bis in die Rheinebene bei Speyer reichte. Als die ungestört verstärkten Franzosen seit 2. Juli wieder angriffen und elf Tage später die dünne Linie an einem Postenpunkt im Haardt-Gebirge bei Edenkoben durchbrachen, was umsichtig wendige Abwehrführung in einen guten Erfolg hätte verwandeln kön­nen, befahl Möllendorff die Konzentrierung nach rückwärts bis hinter die Pfrimm zur Deckung von Mainz. Teile der Österreicher hatten sich im Mai dem Vorgehen von Mannheim aus angeschlossen und räumten nun das linke Rheinufer. Im August gin­gen der wichtige österreichische Posten von Trier, die Verbindung mit der Festung Luxemburg und der Armee an der Maas verloren, da die Preußen auf die schlechten Nachrichten aus Belgien hin nichts mehr zur Unterstützung unternommen hatten. Im September errangen sie bei kurzem Vorstoß bis Kaiserslautern ihren letzten, doch taktisch unergiebigen Sieg, dann hörte die ohnehin nur schwache Tätigkeit im Mittel­abschnitt der Rheinfront ganz auf. Da die Engländer im Oktober die Subsidien nicht mehr zahlten, die Verbündeten schon in Holland und bei Köln standen, ließ der König auch seine Truppen über den Rhein zurückgehen. Ein Teil zog nach Polen ab. Den Staatsbankrott vor Augen, vor allem aber von den Vereinbarungen Rußlands und Österreichs über eine dritte polnische Teilung in Kenntnis gesetzt, tat Preußen

     

    27 Zu Fleurus siehe H. v. Zeißberg: Erzherzog Carl von Österreich, Bd. 1, S. 309 und 329 ff.

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    den Gegenzug. In Buse‘ hegannen die Gespräche um einen möglichst schnellen Frie­den mit Frankreich28.

    Am Jahresende hatten die Franzosen das gesamte linksrheinische Gebiet Deutsch­lands in ihrem Besitz. Ganz im Norden standen sie unmittelbar vor der Eroberung Hollands. Die Alpenarmee hielt die Pässe des Kleinen St. Bernhard und des Mont Cenis, ihre Divisionen lagen in den Flußtälern dahinter. Die »Armee von Italien« hatte die Übergänge der Seealpen nicht gewinnen können, dafür aber ihren rechten Flügel an der Riviera ausgebreitet, der die wichtigen Seehäfen von Oneglia und Vado beherrschte. In den Ost- und Westpyrenäen hatten die Spanier die französischen Grenzplätze verloren und waren ins eigene Land zurückgedrückt.

     

    1795

    Das Kriegsjahr 1795 begann mit der fast kampflosen Eroberung Hollands durch General Pichegru bei grimmiger Kälte über die zugefrorenen Stromläufe hinweg. Frankreich proklamierte die Batavische Republik und erzielte einen Riesengewinn. Der Rückzug der kombinierten englisch-hannoverschen und hessischen Armee führte rechtsabschwenkend unter katastrophalen Winterverhältnissen ins nordwestdeutsche Gebiet30, wohin auch preußische Truppen vom Rhein abzogen, um eigenes Land zu schützen. Genauer gesagt übernahmen sie den Schutz der Neutralitätszone, wie sie in Basel ausgehandelt und durch eine Demarkationslinie festgelegt wurde. Am 5. April kam es zum definitiven Friedensschluß, der die Mehrzahl der norddeutschen Reichs­stände in die Neutralität mit einbezog. Preußen hatte die französische Republik aner­kannt und mit seinem Ausscheiden aus dem großen Bündnis den Sieg der Revolution endgültig gesichert. Die seit 1792 erbrachten hohen Opfer waren infolge mittelmäßi­ger Kriegführung, Zwietracht und allseitiger unnachsichtig wahrgenommener Sonderinteressen umsonst erbracht.

    Andererseits hatten sich aber auch Frankreichs militärische Kräfte durch übermä­ßige Anspannung erschöpft. Die instabile Lage im Inneren nach Robespierres Sturz bewirkte eher Lähmung als Stärkung. Mit beseitigter nationaler Gefahr nahm die Kampflust der Soldaten rapide ab und viele liefen nach Hause. Die Verteidigung der deutschen Front am Mittel- und Oberrhein lag jetzt allein auf den Schultern des kaiserlichen Heeres und der noch zu ihm haltenden Reichstruppen. Ein großer Stel­lungswechsel führte die zerstreuten Armeegruppen zu einem Schwerpunkt zwischen dem Ehrenbreitstein und Frankfurt zusammen; in der Operationsplanung war der Entsatz von Mainz und Luxemburg31 vorgesehen. Die beste Zeit des Jahres ging

     

    28 Thielen: Hardenberg, S. 67 ff.

    29 Horsetzky: Die Feldzüge der letzten 100 Jahre; H. v. Sybel: Geschichte der Revolutionszeit, Bd. 4, S. 457 ff. und 558 ff.; Streffleurs Österreichische Militärische Zeitschrift, Jg. 1831, Bd. 4; 1832, Bd. 1, 2 und 3; 1834, Bd. 3 und 1835, Bd. 4; G. Cardinal v. Widdern: Der Rhein und die Rheinfeldzüge, Berlin 1869.

    30 Lehmann: Scharnhorst, Bd. 1, S. 194 ff.

    31 Die Festung wurde durch Hunger bezwungen und kapitulierte am 6. Juni.

     

    jedoch ungenützt verloren. Die Vorbereitungen zur Aktion schleppten sich hin; denn die Engländer verweigerten die Vorschußzahlung auf die versprochenen Subsidien und der Minister Thugut gab in argwöhnischer Sorge vor dem offenen Bruch mit Preußen der Versammlung von 80 000 Mann in Böhmen, Mähren und Galizien den Vorrang. So kamen die Franzosen mit ihrer Offensive den Österreichern zuvor, ob­wohl diesmal an Zahl nicht mehr überlegen.

    General Jourdan ging am 6. September unterhalb Düsseldorf über den Rhein. Ohne die Neutralität preußischen Gebietes zu respektieren, umfaßte er den öster­reichischen Stellungsflügel und drängte die ganze, 95 000 Mann starke Armee unter Clerfait über Sieg und Lahn bis hinter den Main zurück. Den anderen Stoß führte Pichegru mit dem linken Flügel der Rheinarmee. Durch leichte Eroberung Mann­heims gewann er schnell das rechte Flußufer, um dann die rheinaufwärts bis Basel stehende Armee des Generals Wurmser (etwa 70 000 Mann) von Clerfaits Haupt­macht zu trennen. Die zwei vorderen, auf Heidelberg vorgehenden Divisionen wur­den aber am 24. September bei Handschuhsheim geschlagen, worauf hin Pichegru in seltsamer Untätigkeit verharrte und Jourdan ohne Unterstützung ließ32. Die Gunst

    32 Pichegru stand insgeheim mit der royalistischen Partei in Verbindung und erwog den Abfall vom Direktorium. Nach dem Staatsstreich der Republikaner vom 4, 9. 1797 deportiert, konnte er von Cayenne entfliehen. 1804 am Komplott gegen Bonaparte beteiligt, endete er

    der Lage nützten beide gegnerischen Feldherrn zu raschen Schlägen aus. Clerfait warf die Maas-Sambre-Armee in die Ausgangsstellung zurück, brach dann in der Nacht zum 29. Oktober aus Mainz zum Angriff auf das Blockadekorps hervor und drängte es bis hinter die Queich. General Wurmser hatte Pichegru vor Mannheim geschlagen (18. Oktober). 10 000 Franzosen blieben in der Festung zurück, die sich am 22. No­vember den Österreichern ergaben. Ein neuer Vorstoß Jourdans, nun linksrheinisch von der Mosel her, scheiterte Ende November, und ebensowenig gelang es Pichegru bei Kaiserslautern, eine gesicherte Verbindung mit der linken Nachbararmee zu ge­winnen. So stand die Hauptmasse der Österreicher auf dem linken Rheinufer; als breiter Keil im weiten Bogen von Speyer über Kaiserslautern bis Baumholder nach Süden, über Kirn bis Bingen gegen Westen vorgeschoben. Am Jahresende unterbrach ein Waffenstillstand die Operationen auf diesem Kriegsschauplatz, der für die Dauer von fünf Monaten gelten sollte.

    Frankreichs Truppen in den Pyrenäen waren durch den Frieden mit Spanien, der dem Baseler Vertrag folgte (22. Juli), frei geworden. Sie konnten zur Beendigung des Kleinkrieges in der Vendée eingesetzt und zur Verstärkung nach Italien geschickt werden. Dort wartete die Armee in den Grajischen Alpen auf den Erfolg der anderen an der Riviera. Ihre Position versprach leichteren Einbruch in die Lombardische Ebene. Weil es aber an Transportmitteln fehlte, hatte sie den Übergang über den Apennin nicht zu erzwingen vermocht. Wichtig war allerdings für den Feldzug im kommenden Jahr, daß die »Armee von Italien« den vorübergehend verlorenen Hafen von Vado wieder in Besitz hielt, von dem wegen des Seeverkehrs mit Genua die Verpflegung abhing33.

    Die Österreicher hatten zur Unterstützung der schon kriegsmüde gewordenen Pie­montesen ein selbständiges Korps geschickt, doch verfügten sie auf dem italienischen Kriegsschauplatz nicht mehr als knapp über 45 000 Mann. Die Armee des Bundesge­nossen zählte insgesamt 70 000 Mann einschließlich der Milizen. Sie sicherte gegen die französische Alpenarmee, besetzte die Festungen und stand mit etwa 25 000 Mann dem Feind an der Riviera gegenüber.

     

    1796/97

    Am Jahresanfang stand ein Friede um so weniger in Aussicht, als England zur Weiter­führung des Kampfes fest entschlossen blieb. Dazu hatte es eine neue Tripel-Allianz

    im Gefängnis vermutlich durch Selbstmord, siehe Aubry: Frz. Revolution, Bd. 2, S. 410 und 469; Fournier: Napoleon I. Bd. 2, S. 41, und Sybel: Geschichte der Revolutionszeit, Rd. 4, S. 219.

    33 H. v. Kuhl: Bonapartes Erster Feldzug 1796, Berlin 1902, S. 104 ff. und 175.

    34 Horsctzky: Feldzüge der letzten 100 Jahre; Kuhl: Bonapartes Erster Feldzug; W. Rüstow: Die ersten Feldzüge Napoleon Bonapartes in Italien und Deutschland, Zürich 1867; II. v. Sybel: Geschichte der Revolutionszeit. Bd. 4, ‚I‘. 2. S. 159 ff., 219 ff., 2491T., 277 ff., 335 ff.. und 401 ff.

     

    mit Österreich und Rußland zustande gebracht, der sich das Königreich Sardinien, Neapel und Portugal anschlossen. So brauchte die französische Republik neue Siege, um ihre Eroberungen zu sichern, und mit den Siegen neue Beute. Keinesfalls konnten die Armeen in ein krisengeschütteltes, zum Unterhalt unfähiges Land heimkehren. Da die Österreicher auf dem linken Rheinufer zwischen Bingen und Speyer gefährlich tief in die eigene Aufstellung hineinragten, sollte gegen sie der Schwerpunkt der Offensive gerichtet werden. Das lange geplante Unternehmen der »Armee von Ita­lien« war mehr als Diversion gedacht. Da warf der neue Führer dieser Armee, Gene­ral Bonaparte, die Strategie der Direktorialregierung ganz aus dem Konzept, wenn­gleich er dadurch ganz Frankreich in jubelnde Begeisterung versetzte und von drük­kender Sorge befreite. Frühzeitig und noch nicht einmal voll operationsbereit, began­nen seine vier Divisionen in Stärke von rund 45 000 Mann einen Feldzug, den sich der 27jährige, im Oberkommando von Großverbänden noch ganz unerfahrene Feldherr selbst ausgedacht hatte, um mit allen herkömmlichen Regeln der Kriegskunst zu brechen. Innerhalb von 14 Tagen erreichte er, was an dieser Front zwei Jahre lang nicht gelungen war35.

    Er hatte von vornherein die Absicht, die zusammen überlegenen Alliierten zu trennen und einzeln zu schlagen, deren Rückzugslinien divergierend auf Turin und Mailand führten. Erstes Angriffsobjekt sollten die Piemontesen sein, bevor die Öster­reicher aus ihren Winterquartieren aufbrachen. Sie kamen ihm aber schon am 10. April mit unvorhergesehenem Stoß gegen seinen rechten Flügel bei Voltri zuvor. So änderte Bonaparte blitzschnell seinen Plan und griff zuerst den weit gefährlicheren Gegner an: das Korps des Generals Beaulieu, der den strategischen »Grünschnabel« im Lebensalter um 44 Jahre überragte. Doch der unterschätzte Feldherr warf den unvorsichtig zerstreut entgegentretenden Feind rasch aus dem Wege; am 12. April bei Montenotte, vom 13. bis 15. April bei Millesimo/Cassaria und Dego, immer mit gesammelter Kraft über die schwächeren, zu spät unterstützten Teile siegend. Fünf Tage nach Feldzugsbeginn hatte Bonaparte die erste Aufgabe glänzend gelöst. Beau­lieu vereinigte seine schwer angeschlagenen Truppen nach rückwärts Richtung Po-Übergang bei Valenzia, die Piemontesen waren isoliert. Sie räumten ihre vorgescho­benen Stellungen und wichen kämpfend vor der nun gegen sie konzentrierten Italien­armee bis ins Turiner Vorland aus. Die seit Tagen unversorgten Franzosen ergossen sich nach jedem Gefecht wie »Raubgesindel« über die Dörfer und plünderten, um ihren Hunger zu stillen36. Nun kamen die »Schätze Italiens« in Sicht und es ging in Erfüllung, was der General seinen Soldaten zuvor versprochen hatte. Je mächtiger die Siegesfreude anschwoll, desto weiter zerbrach der Widerstandswille des Gegners. Am 28. April zu Cherasco bewilligte Bonaparte dem König von Sardinien den erbetenen Waffenstillstand als Einleitung zum Frieden. Dann wandte er sich sofort wieder den

     

    35 Kuhl: Bonapartes Erster Feldzug, S. 224 ff.

    36 Kuhl: a. a. 0., S. 293 ff. Die übelsten Plünderer ließ Bonaparte erschießen, sein Bericht an das Direktorium vom 24.4.1796,

     

    Österreichern zu, die seinen Uferwechsel am Po bei Piacenza nicht mehr verhindern und auch – unter Aufgabe von Mailand – die Adda-Linie nicht halten konnten. Mit ihrem schon halb vergötterten Anführer an der Spitze erzwangen die Sturmkolonnen am 5. Mai den Übergang über die Brücke von Lodi. Die bis Cherasco errungenen taktischen Siege setzten sich in einem atemberaubenden Verfolgungszug weiter über den Einmarsch in Mailand und den Mincio mit der Einschließung von Mantua am 7. Juni fort. Gleich das erste Auftreten Bonapartes hatte ein in der neuzeitlichen Kriegsgeschichte noch nie gekanntes Beispiel für eine solche Operation geliefert. Nicht ohne vorher noch die Garnison von Mantua zu verstärken, führte Beaulieu die Heeresreste längs der Etsch nach Südtirol zurück. Für die französische Alpenarmee war der Weg in die Lombardei frei, auf dem sofort Verstärkungen nachrückten“. Die

    37 Ihr Führer, General Kellermann, sollte auf Weisung des mißtrauisch gewordenen Direkto­riums das Kommando in Italien mit Bonaparte teilen, was der stolze Sieger ignorierte; siehe Fournier: Napoleon I., Bd.    S. 102, und Aubry: Frz. Revolution,            2, S. 436 f.

    kühne strategische Idee, gleich weiter bis Bayern vorzudringen, um Verbindung mit der Invasion in Süddeutschland zu suchen, mußte der Sieger freilich aus seinem Kopf verdrängen. Österreich bot neue Kräfte auf, um das verlorene Italien zurückzugewin­nen. Auf Befehl des Kaisers eilte General Wurmser Mitte Juni mit 25 000 Mann vom Rheinabschnitt bei Mannheim nach Tirol, löste dort Beaulieu im Oberkommando ab und zog zum Entsatz von Mantua heran. Die nun beginnenden harten Kämpfe um die Festung bildeten fortan den Mittelpunkt des erst halb erledigten Italienfeldzuges. Was Bonaparte in den nächsten sechs Monaten hier an Entschlußkraft bewies und turm­hoch überlegener Gedankenarbeit leistete – rasches Auffassen des Geländes und der Lage, Scharfblick für die Schwächen und Fehler des Feindes, richtiges Erkennen des Zeitpunktes zum blitzschnellen Handeln –, das gehört »zum Bewunderungswürdig­sten der Kriegsgeschichte«38.

    General Wurmser hatte beim ersten Entsatzversuch Mantua vorproviantiert und die Garnison auf 16 000 Mann verstärkt, doch wurden seine getrennt angesetzten Stoßtruppen kurz hintereinander bei Lonato (3. August) und Castiglione (5. August) nach Tirol und Trient zurückgeschlagen, ehe sie zu gemeinsamer Aktion kamen. Der zweite Versuch im September scheiterte bei Bassano (8. September). Noch schwerer getroffen als bei Castiglione, 10 000 Mann und 100 Geschütze verloren, mußte sich Wurmser in die Festung hineindrängen lassen, die er mit 30 000 Mann hartnäckig verteidigte. Im November ging Feldzeugmeister Alvinczy mit einer dritten Armee gegen Mantua vor. Er war an Zahl überlegen (50 000), besaß aber großen Teils junge Rekruten. Seine Streitmacht bestand aus dem vom Piave her anrückenden Friauler Korps und dem zum Marsch durch das Etschtal bestimmten Tiroler Korps. Wenn die Kooperation funktionierte, geriet Bonaparte mit nur 35 000 Mann in eine gefährliche Lage. In der Drei-Tageschlacht von Arcole (15.-17. November) gelang ihm die Be­freiung aus der Bedrängnis. Nach lange unentschiedenem Kampf hatten zuletzt die kriegsgewohnten, abgehärteten und selbstbewußten Soldaten über den wenig geübten Heeresersatz von weit geringerer Ausdauer gesiegt. Am 21. November zwang der unüberwindlich operierende Feldherr auch das schwächere Tiroler Korps bei Rivoli zum Rückzug. Der Ausfall der Besatzung von Mantua zwei Tage darauf erzielte keine Wirkung mehr. Der vierte und letzte Rettungsversuch am Jahresanfang 1797 miß­glückte ebenso wie alle vorangegangenen Entsatzoperationen. Gegen seine eigene Überzeugung zog Alvintzy noch einmal mit Hauptmacht und Nebenkolonne das Etschtal hinab, während 15 000 Mann des Friauler Korps von Osten her bei Verona demonstrierten und über Legnano Verbindung mit Mantua herstellen sollten. Bona­parte war aber inzwischen durch Truppenzuzug aus Frankreich dem Feind an Stärke gewachsen. Sobald sein Urteil über dessen Absicht feststand, eilte er, ohne eine Minute Zeit zu verlieren, mit allen entbehrlichen Kräften der auf der Hochebene von Rivoli hart bedrängten Sicherungsdivision zu Hilfe und errang am 15. Januar einen vollständigen Sieg über Alvintzy, der alles entschied. Die bis vor Mantua gedrungene

    38 Fournier: Napoleon 1., Bd. 1, S. 106.

     

    Nebenkolonne mußte am folgenden Tage bei San Giorgo die Waffen strecken, ein neuer Ausfall wurde abgewiesen. Damit war das Schicksal der Festung besiegelt; General Wurmser kapitulierte am 2. Februar.

    Schon die stürmischen Anfangserfolge der Italienarmee hatten nachdrücklich auf die Ereignisse in Deutschland eingewirkt. Die französischen Obergenerale der beiden Armeen am Rhein sahen der Aufkündigung des Waffenstillstandes wegen des schlechten Zustandes ihrer Truppen mit wenig Zuversicht entgegen, wurden nun aber vom Direktorium zu neuer Offensive ermuntert. Auf österreichischer Seite erhielt der 25jährige Kaiserbruder Erzherzog Karl den Oberbefehl im Abschnitt von Düsseldorf bis Mannheim, nach Wurmsers Abzug über die gesamte Front; ausgestattet mit dem

    nicht viel besagenden Titel eines Reichsgeneralfeldmarschalls eng an die Weisungen aus Wien gebunden. Bei ungefährem Kräftegleichgewicht sah er im Hinblick auf die mißliche Versorgungslage keine andere Möglichkeit als die Defensive. Das hieß im Falle der Feindaktion Verzicht auf den Besitz der linksrheinischen Pfalz.

    Anfang Juni wiederholte General Jourdan die Angriffsoperation von 1795. Am linken Flügel bei Düsseldorf beginnend, kam er nur bis an die Lahn, wo ihn der Erzherzog bei Wetzlar (15. Juni) zur Umkehr nötigte und bei Siegburg nachdrückend (19. Juni) über den Rhein zurückmanövrierte. Die gering geschwächte Gefechtskraft der Franzosen ließ allerdings befürchten, daß sie bald wieder tätig würden, weshalb sich die Rheinverteidigung auf dem linken Ufer nur noch auf zwei verschanzte Lager vor Mainz und Mannheim beschränkte. Kurz darauf geriet der linke Flügel in Not. Am 24. Juni durchbrach General Moreau, der Nachfolger Pichegru’s, den dünnen Sicherungskordon an der schwächsten Stelle bei Kehl. Anders als Bonaparte zog er langsam und vorsichtig das Rheintal abwärts bis zur Murg. Mit zu geringem Teil seiner Kräfte brachte der junge Feldherr den bedrängten Deckungstruppen Hilfe, so daß sein Gegenangriff bei Malsch (9. Juli) nicht durchdrang. Obendrein war Jourdan gleich nach Moreaus Rheinübergang wieder vorgegangen und das zwischen Sieg und Lahn zurückgelassene österreichische Korps im Rückzug auf Frankfurt. Man durfte voraussehen, daß beide Feindarmeen zusammenwirken sollten, um mit ihrer Zangen­bildung gegen die äußeren Flügel auf einen konzentrischen tiefen Stoß Richtung Wien abzuzielen. In dieser mißlichen Lage entschloß sich Erzherzog Karl am 11. Juli zum Abmarsch über Pforzheim-Stuttgart ins obere Donautal. Da auch Jourdan sei­nen Gegner weiter über Würzburg ins Fränkische trieb, fiel ganz Südwestdeutschland unter französische Besatzungsgewalt, was den Abfall der Reichstruppen zur Folge hatte und einen Verlust von 16 00039 Mann bedeutete. Um so eiliger mußte Karl die Vereinigung mit seinem Unterfeldherrn Feldzeugmeister Wartensleben suchen, des­sen fortlaufendes Ausweichen nach Osten an die Naab seiner Magazinbasis Eger entgegen die Operation auf der inneren Linie immer schwieriger machte. Dazu hemmte ständiges Rückfragen in Wien zeitgerechte Entscheidungen40. Zum Glück kam bei den Franzosen die Kooperation nicht zustande. Sowohl Jourdans als auch Moreaus Truppen rückten sehr langsam vor, weil sie sich zu weit zerstreuten und dann erst wieder konzentrieren mußten. Es wird schwer zu klären sein, ob sie die Zeit beim Requirieren infolge zuchtlosen Plünderns oder durch das vom Direktorium anbefoh­lene Einsammeln der Kriegsbeute verloren41. Außerdem warf der neue Brennpunkt Mantua in Oberitalien seine Schatten voraus. Moreau wurde angewiesen, Bonapartes Abwehrkampf gegen Wurmser im Rücken durch Vorgehen in Tirol zu unterstützen.

     

    39 Dies betraf die Truppen der Reichskreise und die 8000 Sachsen. Am Main standen 59 000

    Franzosen gegen 45 000 Österreicher, an der Donau über 70 000 gegen jetzt noch 42000.

    40 Hartenberger/Wiltschek: Erzherzog Karl. Der Sieger von Aspern, Graz/Wien/Köln 1983,

    S. 53 ff. 41 H.,

     

    Der innere Widerspruch einer solchen Doppelaufgabe lähmte den General, dem unter bedeutsamen Feldherrneigenschaften die Kraft zum raschen Entschluß fehlte. Er diskutierte im Kriegsrat, erwog und schwankte42. Während von Jourdan nichts zu hören war, besaß der Gegenspieler wenigstens den Vorteil des einheitlichen Oberbe­fehls. Ein kurzer Stoß bei Neeresheim (11. August) gab ihm größere Bewegungsfrei­heit zum Abzug über die Donau bei Ingolstadt nach Norden, wo Wartensleben schon ostwärts Amberg hinter der Naab stand43. Der Erzherzog rief ihn energisch zur Ver­einigung zurück. Am 24. August konnte Jourdan gemeinsam bei Amberg geschlagen werden. Von da ab gab der Sieger die Initiative nicht -Mehr aus der Hand. Es folgte der Sieg bei Würzburg (2./3. September), der die Franzosen auf beschwerlichem Weg an die Lahn zur Gewinnung der Rückzugslinie nach Düssehlorf im Laufen hielt. Die Verfolgungsgefechte bei Wetzlar (I5. September) und Altenkirchen (19. September) besorgten den Rest. Fast nur noch Trümmerhaufen jammernswerter Flüchtlinge eil- ten ab Köln über den Rhein. Jourdan legte sein Kommando nieder .

    Moreau hatte sich in diesen Wochen vom Latour bis an die Isar ziehen lassen, mußte dann aber auf seinen Rückzug bedacht sein. Als ausmanövrierter Heerführer wählte er den sichersten Weg über den Schwarzwald durch das Höllental bei Freiburg. Da er keine Niederlage erlitten und noch 58 000 Mann beisammen hatte, schüttelten seine besser geführten, taktisch überlegen kämp­fenden Divisionen den Verfolger Latour am 2. Oktober bei Biberach mühelos ab. Auch als der Erzherzog mit gesammelten Kräften aus den deblockierten Rheinfestun­gen herangezogen kam, um Moreau abzufangen, lieferte der im Unglück standhafte General sichere Nachhutgefechte bei Emmendingen (19. Oktober) und Schliengen (24. Oktober). Am 25. und 26. Oktober vollzog die noch intakte Armee ungestört den Uferwechsel bei Hüningen.

    Die Niederlage in Süddeutschland hatten Bonapartes Ruhm in Oberitalien um so höher steigen lassen. Der Unterschied seiner Kriegführung zur Operationskunst des Erzherzogs, der sich mit der Vertreibung der Franzosen vom rechten Rheinufer be­gnügte, bestand im festen Willen, die Widerstandskraft des Feindheeres so wett Zu zerbrechen, daß trotz Rückschlägen an anderer Stelle der Siegfrieden die Folge davon war. Am Jahresanfang 1797 marschierten von beiden Armeen am Rhein 300(X) Mann Verstärkung zu ihm ab. Da der Weg nach Wien durch den Fall von Mantua freigelegt schien, lag dort der Schwerpunkt des nächsten Feldzuges. In letzter Hoff­nung betraute der Kaiser seinen erfolgreichen Bruder mit dem Oberkommando an der bedrohten Südfront der Monarchie. Die nötige Truppenzuführung verzögerte sich jedoch bis nach der Kapitulation der beiden restlichen Brückenköpfe von Kehl und Hüningen (10. Januar und 5. Februar). Noch ehe der Erzherzog seine Kräfte zur

     

    42 H. v. Sybel, a. a. 0., S. 292.

    43 Karl ließ 300(5) an der Donau und zog mit 28 000 (durch Nachersatz verst(trkt) zu Wartensleben, der noch 34 000 unter Waffen hatte, gegenüber dem auf 40 000 geschwächten

    Jourdan, siehe Sybel, S. 282.

     

    Abwehr enger zusammenfassen konnte, schlug Bonaparte los. Am 12. März über­schritt er mit der Hauptmacht (43 000) den Piave und bezwang vier Tage später die österreichischen Postierungen am Tagliamento, während das Nebenkorps unter Ge­neral Joubert (18000) in Südtirol Richtung Villach vorrückte. Vor dem heftigen Druck der Übermacht zog sich der Verteidiger bei steigenden Verlusten über die Pässe nach Innerösterreich zurück. Die Armee verlor in ihrem ungefestigten Zustand den moralischen Halt und zerbröckelte, wofür man in der Wiener Hofburg dem unglücklichen Feldherrn ganz ungerechtfertigt die Schuld aufbürdete44. Nur die Spit­zen der Rheinverstärkungen erreichten noch den Anschluß. Am 28. März standen die Vorhuten des Feindes in Villach und Klagenfurt. Drei Tage darauf richtete Bonaparte an den Erzherzog ein Friedensangebot. Mit Rücksicht auf seine eigene exponierte Lage weitab von Frankreichs Kraftquellen wollte er keinen Kampf um Wien mehr wagen. »Der General trat hinter den Staatsmann zurück45.« Als er am 7. April nach letztem Rückzugsgefecht der Österreicher (4. Juli) in Judenburg die Unterhändler empfing, schwiegen die Waffen. Am 18. April wurde- in Leoben der Entwurf zum Präliminarfrieden unterzeichnet. Zuletzt hatten die Franzosen auch am Rhein wieder eine neue Offensive eingeleitet. General Hoche stieß mit schnell regenerierten Divi­sonen der Maas-Sambre-Armee, das Kernstück ein Kavalleriekorps, bis Frankfurt vor (13. April), Moreau wie im vergangenen Sommer bis zur Murg, als die Nachricht von Leoben die Kämpfe zum Stillstand brachte und dem ersten Revolutionskrieg das allseits herbeigesehnte Ende setzte.

     

    44 Hartenberger/Wiltschek: Erzherzog Karl, S. 81 f.

    45 H. Stegemann: Der Krieg, Bd. 2, S. 209.

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