Nr. 4 – 3. 11. 1795

Foren Lindenbriefe Morsbroich Nr. 4 – 3. 11. 1795

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  • #270

    Nr. 4                                                                                                1795 November 3

     

    In dem hier vorliegenden Brief vom 03.11.1795, berichtet der Verwalter Linden seinem Landkomtur von den hohen französischen Geldforderungen, die unter Androhung der Todesstrafe binnen 24 Stunden beglichen werden sollten. Weiter erklärt er den beigefügten Monatsstatus, also die Einnahmen und Ausgaben des Hauses Morsbroich, in dem auch die Löhne der Bediensteten aufgeführt sind, die Linden wegen der schlechten finanziellen Lage entlassen sollte. Er bemerkt hierbei, dass die Entlassung des Joseph, den er als Säufer bezeichnet, dem Haus mehr Ruhe bringen werde. Außerdem berichtet er davon, dass er die Messen die der Pfarrer für den verstorbenen Landkomtur von Roll hat lesen lassen, bezahlt habe. Linden endet seinen Brief mit einem Bericht über die Holz und Kohlenvorräte des letzten Winters,  mit denen nun gehaushaltet werden muss.

     

    Historisches Archiv der Stadt Köln, St. Katharinen, Nr. 49a

     

     

    Hochwürdig-Hochwohlgebohrener Freyherr, insonders Hochzuverehrendester Herr Landkommenthur,

    Hochgebietend Gnädiger Herr!

     

    Euer Hochwürden Exzellenz hab ich die Gnade hiermit unterthänig zu berichten, daß die unterm 17ten. 7bris. jüngsthin ausgeschriebene französische Contribution, wovon ich in meinem untgen. Berichte vom 3n. v: M:[1]

    Meldung that, zufolg  nähere Ggsten. RegierungsBefehls, in zeit 24 Stunden, ohne Pardon, unter milita-

    rischen Executions-Strafe hat müssen erlegt werden; zu derselben Entrichtung haben sich Euer Exzellenz

    Halbwinnerr zu Steinbüchel, Doctorsburg, Schlebusch und Schlangenheck, obschon diese so wohl durch die

    französischen Plünderungen, als auch ehedem durch die kaiserln. Einquartierungen und  Vorspanns Diensten

    sehr gelitten haben, ohnweigerlich angeschickt; der einzige Morsbroicher Halfen, der von allen diesen

    Schicksaalen sehr wenig zu sagen weiß, hat sich der Zahlung der ganzen Quota /: als welche sich, für

    Morsbroich, 98 rhr., 30 Stbr. betragt, durchaus widersetzet, er hatte eines theils seine Unvermögenheit bei Hn. Richter vorgeschützt, und andertens demselben zu verstehen gegeben, daß er ohnehin noch eine beträchtliche Forderung an Euer Exzellenz zu machen hätte. Er zahlte also nur 33 rhr. ich ließ ihn unter der Hand, durch ein Schreiben des SteurEmfängers, welcher die Contribution in Empfang zu nehmen hat, zu Zahlung des ganzen Quanti anmahnen, allein! Dies wolte nichts fruchten. Um nun all- unangenehmen Vorfällen auszuweichen, sah ich mich genöthiget, den Rest ad 65 r., 30 stbr. – so wie auch wegen der freien Gemarken Gewäld, die

    Contribution mit 3 rr, 55 Stbr, 8 Hr. zu entrichten. Euer Hochwürden Exzellenz habe ich die Gnade den Monats-Statum 8bris anbei zur gnädigen Einsicht und Genehmigung untg. zu praesentiren.[2] Ausweis desselben hab ich, in Gefolg Hochdero gegen Befehls denen zu entlassenden Dieneren, nehmlich beiden Kutscheren Henr: Breuer und Jakob Kuchenberg, sodan dem Bedienten Joseph Deisel und dem Fasanenjäger Peter Servos ihre Löhnungen ausbezahlet, und dieselbe gestern in Noi. Dni[3] entlassen. Hoffentlich wird nun

    auch das hiesige Haus, durch die Entlassung des Bedienten Joseph, seiner vorigen inneren Ruhe /: welcher

    es durch diesen frechen und zancksüchtigen Unruhestifter, Säufer und Nachtschwärmer beraubt

    gewesen:/ in der Zukunft wieder zu genießen haben; pflichtehalber muß diese Bemerkung hier machen.

    Der Pater Wendelinus bedeutete mir jüngsthin, von Euer Hochwürden Exzellenz den ggen. Auftrag

    zu haben, für 60 Messen; welche für die Seelenruhe des hochseeln. Hn. Landkomanthurs Hn. von Roll gele-

    sen werden solten, pro Mess 12 Stbr. von mir in Empfang zu nehmen. Ich hab ihnen also solche mit 12 rr. aus-

    bezahlt. Da der Winter wircklich vorhanden ist, und noch einig schwarzer Brand von vorigem Jahr – so wie auch noch einige teils eichen – teils boichen  Spaltern dahier vorrätig sind, so wird einsweilen dieser Vorrath zum Einheizen deren Öfens dienen müssen, welchemnach zu Bestreitung der fernern Nothdurft /: weilen der schwarze Brand sehr hoch im Preis, und doch kaum zu haben ist :/ ein paar abständiger Eichen, mit Hochdero ggen. Genehmigung, bestimmt werden können. In meinen zwei jüngeren untgen. Berichtschreiben vom 27n. 7br. et 9n. 8bris.[4], habe Euer Exzellenz Hohe Entschließung in Betref der fernern Beibehaltung oder aber Abschaffung der dahiesigen Haushaltung mir unthg. ausgebeten. Da Hochdiese mir bis herzu noch nicht zugekommen ist, so erbitte mir solche zu meiner untgen. Benehmung hiemit wiederholter in jener tiefesten Hochverehrung, in welcher zu Hohen Gnade mich untg. empfehlend, ersterbe

     

    Mbroich 3n. 9bris.         1795

     

    Euer Hochwürden Exzellenz unterthänig treu gehorsamster L mppria

     

     

    [1] Siehe Nr. 3.
    [2] Am Rand ein Anlagenhinweis.
    [3] In Nomine Domini = in Gottes Namen.
    [4] Siehe Nr. 2.

     

    #681

    Nr. 4                                                                                                1795 November 3

     

    In dem hier vorliegenden Brief vom 03.11.1795, berichtet der Verwalter Linden seinem Landkomtur von den hohen französischen Geldforderungen, die unter Androhung der Todesstrafe binnen 24 Stunden beglichen werden sollten. Weiter erklärt er den beigefügten Monatsstatus, also die Einnahmen und Ausgaben des Hauses Morsbroich, in dem auch die Löhne der Bediensteten aufgeführt sind, die Linden wegen der schlechten finanziellen Lage entlassen sollte. Er bemerkt hierbei, dass die Entlassung des Joseph, den er als Säufer bezeichnet, dem Haus mehr Ruhe bringen werde. Außerdem berichtet er davon, dass er die Messen die der Pfarrer für den verstorbenen Landkomtur von Roll hat lesen lassen, bezahlt habe. Linden endet seinen Brief mit einem Bericht über die Holz und Kohlenvorräte des letzten Winters,  mit denen nun gehaushaltet werden muss.

     

    Historisches Archiv der Stadt Köln, St. Katharinen, Nr. 49a

     

     

    Hochwürdig-Hochwohlgebohrener Freyherr, insonders Hochzuverehrendester Herr Landkommenthur,

    Hochgebietend Gnädiger Herr!

     

    Euer Hochwürden Exzellenz hab ich die Gnade hiermit unterthänig zu berichten, daß die unterm 17ten. 7bris. jüngsthin ausgeschriebene französische Contribution, wovon ich in meinem untgen. Berichte vom 3n. v: M:[1]

    Meldung that, zufolg  nähere Ggsten. RegierungsBefehls, in zeit 24 Stunden, ohne Pardon, unter milita-

    rischen Executions-Strafe hat müssen erlegt werden; zu derselben Entrichtung haben sich Euer Exzellenz

    Halbwinnerr zu Steinbüchel, Doctorsburg, Schlebusch und Schlangenheck, obschon diese so wohl durch die

    französischen Plünderungen, als auch ehedem durch die kaiserln. Einquartierungen und  Vorspanns Diensten

    sehr gelitten haben, ohnweigerlich angeschickt; der einzige Morsbroicher Halfen, der von allen diesen

    Schicksaalen sehr wenig zu sagen weiß, hat sich der Zahlung der ganzen Quota /: als welche sich, für

    Morsbroich, 98 rhr., 30 Stbr. betragt, durchaus widersetzet, er hatte eines theils seine Unvermögenheit bei Hn. Richter vorgeschützt, und andertens demselben zu verstehen gegeben, daß er ohnehin noch eine beträchtliche Forderung an Euer Exzellenz zu machen hätte. Er zahlte also nur 33 rhr. ich ließ ihn unter der Hand, durch ein Schreiben des SteurEmfängers, welcher die Contribution in Empfang zu nehmen hat, zu Zahlung des ganzen Quanti anmahnen, allein! Dies wolte nichts fruchten. Um nun all- unangenehmen Vorfällen auszuweichen, sah ich mich genöthiget, den Rest ad 65 r., 30 stbr. – so wie auch wegen der freien Gemarken Gewäld, die

    Contribution mit 3 rr, 55 Stbr, 8 Hr. zu entrichten. Euer Hochwürden Exzellenz habe ich die Gnade den Monats-Statum 8bris anbei zur gnädigen Einsicht und Genehmigung untg. zu praesentiren.[2] Ausweis desselben hab ich, in Gefolg Hochdero gegen Befehls denen zu entlassenden Dieneren, nehmlich beiden Kutscheren Henr: Breuer und Jakob Kuchenberg, sodan dem Bedienten Joseph Deisel und dem Fasanenjäger Peter Servos ihre Löhnungen ausbezahlet, und dieselbe gestern in Noi. Dni[3] entlassen. Hoffentlich wird nun

    auch das hiesige Haus, durch die Entlassung des Bedienten Joseph, seiner vorigen inneren Ruhe /: welcher

    es durch diesen frechen und zancksüchtigen Unruhestifter, Säufer und Nachtschwärmer beraubt

    gewesen:/ in der Zukunft wieder zu genießen haben; pflichtehalber muß diese Bemerkung hier machen.

    Der Pater Wendelinus bedeutete mir jüngsthin, von Euer Hochwürden Exzellenz den ggen. Auftrag

    zu haben, für 60 Messen; welche für die Seelenruhe des hochseeln. Hn. Landkomanthurs Hn. von Roll gele-

    sen werden solten, pro Mess 12 Stbr. von mir in Empfang zu nehmen. Ich hab ihnen also solche mit 12 rr. aus-

    bezahlt. Da der Winter wircklich vorhanden ist, und noch einig schwarzer Brand von vorigem Jahr – so wie auch noch einige teils eichen – teils boichen  Spaltern dahier vorrätig sind, so wird einsweilen dieser Vorrath zum Einheizen deren Öfens dienen müssen, welchemnach zu Bestreitung der fernern Nothdurft /: weilen der schwarze Brand sehr hoch im Preis, und doch kaum zu haben ist :/ ein paar abständiger Eichen, mit Hochdero ggen. Genehmigung, bestimmt werden können. In meinen zwei jüngeren untgen. Berichtschreiben vom 27n. 7br. et 9n. 8bris.[4], habe Euer Exzellenz Hohe Entschließung in Betref der fernern Beibehaltung oder aber Abschaffung der dahiesigen Haushaltung mir unthg. ausgebeten. Da Hochdiese mir bis herzu noch nicht zugekommen ist, so erbitte mir solche zu meiner untgen. Benehmung hiemit wiederholter in jener tiefesten Hochverehrung, in welcher zu Hohen Gnade mich untg. empfehlend, ersterbe

     

    Mbroich 3n. 9bris.         1795

     

    Euer Hochwürden Exzellenz unterthänig treu gehorsamster L mppria

     

     

    [1] Siehe Nr. 3.
    [2] Am Rand ein Anlagenhinweis.
    [3] In Nomine Domini = in Gottes Namen.
    [4] Siehe Nr. 2.

     

    #727

    Letzte Fassung!

     

    Nr. 4                                                                             1795 November 3

     

     

    Historisches Archiv der Stadt Köln, St. Katharinen, Nr. 49a

     

     

     

    In dem hier vorliegenden Brief vom 03.11.1795, berichtet der Verwalter Linden seinem Landkomtur von den hohen französischen Geldforderungen, die unter Androhung der Todesstrafe binnen 24 Stunden beglichen werden sollten. Weiter erklärt er den beigefügten Monatsstatus, also die Einnahmen und Ausgaben des Hauses Morsbroich, in dem auch die Löhne der Bediensteten aufgeführt sind, die Linden wegen der schlechten finanziellen Lage entlassen sollte. Er bemerkt hierbei, dass die Entlassung des Joseph, den er als Säufer bezeichnet, dem Haus mehr Ruhe bringen werde. Außerdem berichtet er davon, dass er die Messen die der Pfarrer für den verstorbenen Landkomtur von Roll hat lesen lassen, bezahlt habe. Linden endet seinen Brief mit einem Bericht über die Holz und Kohlenvorräte des letzten Winters,  mit denen nun gehaushaltet werden muss.

     

     

    Hochwürdig-Hochwohlgebohrener Freyherr, insonders Hochzuverehrendester Herr Landkommenthur, Hochgebietend gnädiger Herr!

     

    Euer Hochwürden Exzellenz hab ich die Gnade hiermit unterthänig zu berichten, daß die unterm 17ten.7bris.  jüngsthin ausgeschriebene französische Contribution, wovon ich in meinem untgen. Berichte vom 3n. v. M.[1] Meldung that, zufolg nähere ggsten. RegierungsBefehls, in zeit 24 Stunden, ohne Pardon unter militarischen Executions-Strafe hat müssen erlegt werden; zu derselben Entrichtung haben sich Euer Exzellenz Halbwinnerr zu Steinbüchel, Doctorsburg, Schlebusch und Schlangenheck, obschon diese sowohl durch die französischen Plünderungen, als auch ehedem durch die kaiserln. Einquartierungen und  Vorspannsdiensten sehr gelitten haben, ohnweigerlich angeschickt; der einzige Morsbroicher Halfen, der von allen diesen Schicksaalen sehr wenig zu sagen weiß, hat sich der Zahlung der ganzen Quota /: als welche sich, für Morsbroich, 98 rhr., 30 Stbr. betragt, durchaus widersetzet, er hatte eines theils seine Unvermögenheit bei Hn. Richter vorgeschützt und andertens demselben zu verstehen gegeben, daß er ohnehin noch eine beträchtliche Forderung an Euer Exzellenz zu machen hätte. Er zahlte also nur 33 rhr. Ich ließ ihn unter der Hand durch ein Schreiben des Steuremfängers, welcher die Contribution in Empfang zu nehmen hat, zu Zahlung des ganzen Quanti anmahnen, allein! Dies wolte nichts fruchten. Um nun all- unangenehmen Vorfällen auszuweichen, sah ich mich genöthiget, den Rest ad 65 r., 30 stbr. – so wie auch wegen der freien Gemarkengewäld die Contribution mit 3 rr, 55 Stbr, 8 Hr. zu entrichten. Euer Hochwürden Exzellenz habe ich die Gnade, den Monats-Statum 8bris anbei zur gnädigen Einsicht und Genehmigung untg. zu praesentiren.[2] Ausweis desselben hab ich in Gefolg Hochdero gegen Befehls denen zu entlassenden Dieneren, nehmlich beiden Kutscheren Henr. Breuer und Jakob Kuchenberg, sodan dem Bedienten Joseph Deisel und dem Fasanenjäger Peter Servos ihre Löhnungen ausbezahlet, und dieselbe gestern in Noi. Dni[3] entlassen. Hoffentlich wird nun auch das hiesige Haus, durch die Entlassung des Bedienten Joseph, seiner vorigen inneren Ruhe /: welcher es durch diesen frechen und zancksüchtigen Unruhestifter, Säufer und Nachtschwärmer beraubt gewesen :/ in der Zukunft wieder zu genießen haben; pflichtehalber muß diese Bemerkung hier machen. Der Pater Wendelinus bedeutete mir jüngsthin, von Euer Hochwürden Exzellenz den ggen. Auftrag zu haben, für 60 Messen, welche für die Seelenruhe des hochseeln. Hn. Landkomanthurs Hn. von Roll gelesen werden solten, pro Mess 12 Stbr. von mir in Empfang zu nehmen. Ich hab ihnen also solche mit 12 rr. ausbezahlt. Da der Winter wircklich vorhanden ist und noch einig schwarzer Brand von vorigem Jahr – so wie auch noch einige teils eichen- teils boichen Spaltern dahier vorrätig sind, so wird einsweilen dieser Vorrath zum Einheizen deren Öfens dienen müssen, welchemnach zu Bestreitung der fernern Nothdurft /: weilen der schwarze Brand sehr hoch im Preis und doch kaum zu haben ist :/ ein paar abständiger Eichen mit Hochdero ggen. Genehmigung bestimmt werden können. In meinen zwei jüngeren untgen. Berichtschreiben vom 27n. 7br. et 9n. 8bris.[4] habe Euer Exzellenz Hohe Entschließung in Betref der fernern Beibehaltung oder aber Abschaffung der dahiesigen Haushaltung mir unthg. ausgebeten. Da Hochdiese mir bis herzu noch nicht zugekommen ist, so erbitte mir solche zu meiner untgen. Benehmung hiemit wiederholter in jener tiefesten Hochverehrung, in welcher zu Hohen Gnade mich untg. empfehlend, ersterbe

     

    Mbroich 3n. 9bris.         1795

     

    Euer Hochwürden Exzellenz unterthänig treu gehorsamster L mppria

     

     

     

    [1] Siehe Nr. 3.
    [2] Am Rand ein Anlagenhinweis.
    [3] In Nomine Domini = in Gottes Namen.
    [4] Siehe Nr. 2.

     

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